Schülerschaft

Anmerkungen:

Die neue Lebenssituation, in der die Kinder und Jugendlichen von zu Hause, von Freunden und von der Heimatschule getrennt sind, ist fremd und kann Ängste erzeugen. Verstärkt wird dies oft auch noch durch  das veränderte Umfeld, in dem die Kinder und Jugendlichen Ärzten, Therapeuten, Pflegepersonal und anderen begegnen.
In der Rurkreisschule wird deshalb diesen  jungen Menschen Bekanntes und Vertrautes angeboten, indem eine Atmosphäre schulischen Alltags herbeigeführt wird. Dies soll auch durch die Bereitstellung von (verlässlichen) Lerngruppen erzielt werden. Die Lerngruppen werden möglichst nach den Gesichtspunkten der individuellen Passung und nach Alters- und Jahrgangsstufenzugehörigkeit gebildet.

  • Schüler* aus der  Kinderklinik des St. Marienhospitals

Wir unterrichten schulpflichtige Kinder und Jugendliche, bei denen ein mindestens vierwöchiger Krankenhausaufenthalt zu erwarten ist. Der Unterricht im Krankenzimmer bzw. in den Räumen der Rurkreisschule soll die Voraussetzung schaffen, trotz Krankheit mit Freude und Erfolg zu lernen und nach Möglichkeit den Anschluss an den Leistungsstand der entsprechenden Klassenstufe an der jeweiligen Heimatschule zu halten. Die Lehrkraft bringt ein Stück Alltag und Ablenkung ins Krankenhausleben, wodurch der Heilungsprozess unterstützt werden kann. Umfang und Inhalt richten sich nach der individuellen Situation des dortigen Schülers*. Vorrangig werden die Fächer Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen unterrichtet.

  • Schüler* aus  der Abteilung der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP)

In der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am St. Marien-Hospital Düren-Birkesdorf werden schulpflichtige Kinder und Jugendliche behandelt, deren Krankheitsbilder dem psychiatrischen Bereich zuzuordnen sind. Vielfach weisen diese Kinder und Jugendlichen  Störungen in ihrer Emotionalität und/oder Sozialkompetenz auf, zeigen ein aggressives, nicht steuerbares Verhalten,  leiden unter Zwangserkrankungen, Depressionen, Essstörungen. Bei anderen liegt ein  Autismus- (ASS) oder ADHS/ADS- Verdacht vor.
Häufiger werden auch Kinder und Jugendliche aufgrund einer sozialen Phobie, Schulangst oder Schulphobie behandelt.
Oft haben diese Schüler* aufgrund dessen nur noch unregelmäßig, manchmal auch gar nicht mehr am Unterricht der Heimatschule teilgenommen.

Im November 2018  wurde eine weitere Abteilung der KJP eröffnet, die den Behandlungsschwerpunkt auf psychosomatische Krankheitsbilder bei Kinder und Jugendlichen legt.

  • Schüler* aus dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ)
    zeig(t)en in ihren Heimatschulen oft:
    externalisierende Verhaltensweisen, die durch massive Unterrichtsstörungen,  verbal-aggressive Ausbrüche und/oder fielen  durch fremd- bzw.  selbstgefährdendes Verhaltens auf. Oft wurden diese Schüler* in der Heimatschule vorübergehend oder auch längerfristig vom Unterricht ausgeschlossen.
    oder
    ein internalisierendes (rückzügliches) Verhalten. Oft ist in diesem Zusammenhang die Rede von einer sog. Schulangst oder Schulphobie.
    Solche Ängste können aus  Mobbingerfahrungen an der Heimatschule resultieren oder mit Trennungsängsten im unmittelbaren häuslichen Umfeld zusammenhängen.
    Diese Schüler* benötigen eine langsame und behutsame Begleitung beim schulischen Rückführungsprozess.
    Jeder Teilschritt wird in der Rurkreisschule mit den Therapeuten, aber auch mit dem betroffenen Schüler*, genau geplant, besprochen und hinsichtlich einer Alltagstauglichkeit überprüft und dann praktisch umgesetzt.
    Der Faktor Zeit spielt hierbei eine zentrale Rolle.

    Manche Schüler* benötigen aber auch neben den therapeutischen Maßnahmen zusätzliche medikamentöse Unterstützung. Hier ist es Aufgabe der Lehrkräfte, die Medikamentenwirkung  im schulischen Kontext  zu beobachten und wahrgenommene Veränderungen im Lern,- Arbeits- bzw. Sozialverhalten des Schülers* ans SPZ- Team zurückzumelden.

  • Anmerkungen zum Hausunterricht
    Das Schulgesetz des Landes NRW sieht vor, dass Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer Krankheit länger als sechs Wochen ihre Schule nicht besuchen können, zuhause unterrichtet werden können.  Dabei richten sich Umfang und Intensität nach der Befindlichkeit des Kindes / Jugendlichen.
    Die Eltern stellen, unter Beifügung eines ärztlichen Gutachtens, einen Antrag bei der bisher besuchten Heimatschule. Die zuständige Schulaufsicht entscheidet dann über die Antragsgenehmigung. Bei positivem Bescheid sieht das Schulgesetz  vor, dass eine Lehrkraft der zuständigen Heimatschule diesen Unterricht im häuslichen Umfeld übernimmt.
    Näheres s. Link:
    https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsystem/Schulformen/Kranke/Hausunterricht/index.html