Unterricht und individuelle Förderung

Für eine pädagogische Positionsbestimmung erwies sich eine KMK-Empfehlung (aus dem Jahre 1994) als hilfreich: „Sonderpädagogischer Förderbedarf lässt sich nicht allein von schulfachbezogenen Anforderungen her bestimmen; seine Klärung und Beschreibung müssen das Umfeld des Kindes bzw. Jugendlichen einschließlich  und die persönlichen Fähigkeiten, Interessen und Zukunftserwartungen gleichermaßen berücksichtigen“.

Erkrankungen von Schülern*  führen häufig zu veränderten Lernbedingungen. Vor dem Hintergrund schulischer Anforderungen gilt es, die Bedeutung einer Erkrankung für die Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen und dessen Bildungsweg zu erkennen und die daraus resultierenden besonderen Bedingungen für das Lernen bereitzustellen. Dabei bedarf es interdisziplinärer Abstimmung.

Die individuelle Förderung eines jeden Schülers*  ist eine zentrale Forderung an jede Schule und deren wesentliche Aufgabe. Dieser Aufgabe haben wir uns als Schule für Kranke in besonderer Weise zu stellen. An der Rurkreisschule sind Unterrichtsplanung und Durchführung determiniert durch die Heterogenität der Schülerschaft einerseits und die möglichen Interaktionsbesonderheiten aufgrund der Erkrankung andererseits.

Schüler* der Rurkreisschule benötigen somit eine Förderung im Rahmen von Unterricht, der sowohl individualisierende, sozialisierende und lebensvorbereitende Aspekte beinhalten sollte.
Das heißt, die Förderung ist:

  • schülerorientiert  im Sinne der Berücksichtigung der jeweiligen Erkrankung des Kindes / des Jugendlichen und damit seiner/ihrer besonderen Lebenssituation.
    Es gibt also Angebote
    zur Individualisierung durch Entwicklung und Festigung:
    – des Selbstkonzepts und des Selbstwertgefühls
    – der Lernmotivation und Leistungsbereitschaft,
    – des Arbeitsverhaltens und der Affektkontrolle
    zur sozialen Integration durch:
    – Entwicklung von Sozialkompetenz und Verantwortung
    – Bewährung in offenen, lebensnahen Unterrichtsformen und
    kooperativen  Vorhaben
  • zukunftsorientiert  im Sinne einer (Re-)Integration in ein Regelschulsystem.
    Angebote zur Entwicklung von (neuen schulischen) Perspektiven durch:
    – Unterstützung und Hilfen bei subjektiv erlebten existentiellen Problemen,
    – Ermutigung und  Bestätigung durch Erfolge,
    – Hilfestellungen bei Übergangsprozessen angestrebter externer
    Schulabschlüsse

Förderung und Unterricht vollziehen sich gleichermaßen auf der Ebene der Erziehung (Erziehung ist für Peter Petersen die sich in der menschlichen Gemeinschaft entfaltende Urfunktion, die im Wesentlichen das Humane und den Respekt vor dem Leben zur Entfaltung bringt.) und auf der Ebene der Bildung (Die gemeinschaftsbezogenen Grundsituationen der Bildung sind Arbeit, Gespräch, Spiel und Feier.)